Wie weise Worte uns im wirklichen Leben ankommen lassen Kommt, betretet den Weg zur Einsicht! Der Lohn dafür ist ein erfülltes Leben.
(aus Sprüche 9, Vers 6, Gute Nachricht Bibel)

Gedanken zum Thema Weisheit


Er ließ sich gern vom Unterrichtsstoff ablenken, Dieter Leutert, einer meiner Dozenten am Theologischen Seminar Friedensau. Wenn er ins Erzählen kam, verwandelte sich unser tristes Klassenzimmer in ein Luftschiff. Wir schwebten aber nicht über Ländern, sondern über Niederungen des Lebens. Manchmal gipfelten seine Geschichten in einprägsamen Sätzen, die ich nicht vergessen habe:
„Macht verändert den Menschen. Macht verändert jeden. Gib einer Küchenfrau Macht über zwei andere und sie ist nicht mehr dieselbe.“
„Denkt nicht, wenn ihr nach Jahren eine Jugendliebe wiedertrefft, sie wäre noch die gleiche wie damals. Das Leben hat sie verändert.“
„Es gibt nichts Schlimmeres als Anarchie. Selbst die schlechteste Regierung ist immer noch besser als Anarchie.“
„Je verkehrter eine Sache ist, umso mehr Leute laufen ihr hinterher.“
Sätze wie diese sollten mir später immer wieder in den Sinn kommen. Sie erklärten Erfahrungen, bestätigten Beobachtungen und halfen, mich zu orientieren. Je länger ich lebe, umso mehr merke ich, wie recht er in manchen Dingen hat. Ist es nicht so: Immer dann, wenn sich Bögen spannen zwischen dem, was ein geschätzter Mensch uns früher sagte und dem, was wir gerade erleben, wahrnehmen oder durchdenken, entsteht für uns eine Chance. Es ist die Chance, das Leben zu akzeptieren, so wie es ist. In solchen Momenten könnte man sich nämlich selbst sagen: „Tatsächlich, ich bin angekommen. Ja, so ist es, das Leben. Was ich erlebe, ist echt, wahr und gültig.“ Das fördert Gelassenheit – eine annehmende Lebenshaltung. So gilt noch heute, was in alter Zeit Menschen ans Herz gelegt wurde: „Wie glücklich ist, wer die Weisheit gefunden und Erkenntnis erlangt hat.“ (Gute Nachricht Bibel, Sprüche 3,13)