Im Adventhaus Gera gibt es bemerkenswerte Kunstwerke. Wer Gott als Schöpfer verehrt, den kann auch künstlerische Kreativität begeistern.

Kunst im Gemeindezentrum

skulpturen.jpgIm Foyer stehen drei Skulpturen der Bildhauerin Annelis Kopp-Vogel. Die Künstlerin verfasste zu ihrem Werk folgenden Text:

Drei Treppenstufen
Sandstein
aus Kriegstrümmern
geborgen
1954
gedacht für dieses Haus
nach einer Odyssee
von 53 Jahren
mit Blessuren
aufgestellt
an diesem Platz:

DER WISSENDE
DER UNENTSCHIEDENE
DER GLAUBENDE

Anne Kopp – Vogel
9. 6. 2007

 

Die stelenartig gearbeiteten Skulpturen beschreiben drei unterschiedliche Lebenshaltungen. Es gibt Menschen, die denken, sie hätten dank ihres Wissens alles unter Kontrolle. Sie schauen arrogant auf diejenigen herab, die nicht ihren Standards entsprechen. Sie werden in der Figur des Wissenden verkörpert, der seines Zeichens ein Buch trägt.

Andere Menschen sind an ihre Grenzen gekommen. Sie haben erfahren, dass sie Gott brauchen und geben sich ihm hin. Sie finden sich in der Figur des Glaubenden wieder.

Zwischen diesen beiden Gestalten befindet sich eine dritte Figur, die sich weder für Kontrolle noch für Hingabe entscheiden kann. Sie fühlt sich von beiden Möglichkeiten angezogen, aber verharrt in einer in sich verdrehten Starre.

 

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Dieses Mosaikbild im Foyer des Geraer Adventhauses stammt vom Geraer Maler und Grafiker Bernd Lehmann aus Debschwitz. Es wurde erstmals 1999 bei einer Ausstellung zum Thema Sakralkunst in der Geraer St. Johanniskirche gezeigt. Das Bild bezieht sich auf den Verheißungstext „Siehe, ich mache alles neu!“ (Offenbarung 21, Vers 5).

„Ich mache alles neu“ – das wird durch ein Bild mit zwei unterschiedlichen Gesichtern dargestellt, deren Zwischenraum einen Kelch formt. Obwohl die Darstellung aus Scherben besteht, bildet sie doch ein eindrucksvolles Ganzes.

Bernd Lehmann besitzt einen Garten südlich von Gera. In der Nähe seines Grundstücks hat er viele Scherben vom Feldrand aufgelesen. Früher hatten die Bauern die Gewohnheit, das zerbrochene Geschirr einfach auf dem Misthaufen zu entsorgen. Später gelangte es dann mit dem Düngegut auf die Felder. Bei der Feldbestellung kommen deshalb bis heute immer wieder alte Scherben an die Oberfläche und werden durch Eggen an den Feldrand befördert. Der Künstler fügte scheinbar wertlose Scherben zu wertvollen Bildern zusammen.

Die beiden Gesichter auf dem einen Mosaikbild deuten darauf hin, dass es ihm um das Zerbrochene in uns und zwischen uns ging, das Gott wieder neu machen will. Auf Gott weist der vasenähnliche Gegenstand zwischen den Gesichtern. Bernd Lehmann dachte dabei an Abendmahlskelch und an den Taufstein. Beides, Abendmahl und Taufe, sind zeichenhafte Handlungen, die auf Gottes souveränes Handeln an uns hinweisen.

So wie der Künstler nimmt auch Gott wertlose „Scherbenstücke“ – gescheiterte und zerbrochene Menschen – und schafft aus ihnen und mit ihnen etwas, was Bedeutung hat und Wert besitzt. Wer heute unser Gemeindehaus betritt, dessen Blick wird schnell auf dieses Bild fallen.